Wie ich angefangen habe


Als ich 1982 meine Amateurfunklizenz machte ging ich noch zur Schule (Realschule in Heikendorf). In dieser Zeit entstanden erste, selbstgebaute Geräte:


Hier mein erstes "Projekt": Ein Funkfernschreibkonverter. Ich hatte einen alten, mechanischen Fernschreiber (Lorenz Lo 133) in Berlin gekauft. Mit ihm wollte ich Funkfernschreibsignale von Funkamateuren oder z.B. Wetterdiensten dekodieren. Ich fand in einer Zeitschrift einen Bericht mit Schaltplan und konnte ein paar der Platinen fertig geätzt aber unbestückt (ohne Bauteile) kaufen. Die fehlenden Platinen ätzte ich - zum Leidwesen meiner Mutter - selbst. Sie fürchtete natürlich Löcher in Fingern, Hose oder Teppich... Die Bauteile gab es im Elektronikladen in Kiel. Als Schüler hatte ich natürlich noch keine Geräte wie Oszilloskop, Frequenzgenerator oder Frequenzzähler. Zum Glück hatte ich aber einen "guten Draht" zu meinen Physiklehrern und so durfte ich die Geräte der Schule zum Abgleich des Konverters benutzen. Der fertige Konverter setzte nun Töne aus dem Lautsprecher des Funkgerätes in Schaltsignale des mechanischen Fernschreibers um. Der Fernschreiber war eine große, schwere und laute Höllenmaschine, die in einem schallschluckenden Kasten eingebaut war (Foto folgt). Heute erledigt man das mit Software und PC, ohne die Freude am Selbstbau...


Hier das nächste Projekt, fertiggestellt 1985: Ein TNC 2 nach DB3IG. Damals entstand gerade die Betriebsart "Packet Radio". Sie war/ist praktisch so etwas wie ein Internet per Funk. Der TNC (Terminal Node Controller) ist das Modem, das den Computer (ich nutzte damals einen C64) mit dem Funkgerät verbindet und es steuert. Man konnte seinen Computer nun direkt mit dem Computer anderer Funkamateure per Funk verbinden und sich per Tastatur unterhalten. Es gab aber auch viele Mailboxen, die miteinander per Funk vernetzt waren und Programme, Texte, Bilder oder Mails abrufbar machten. Ich beschaffte die beiden übereinander montierten, grünen Platinen und bestückte sie mit den Bauteilen. Da es neben vielen IC`s auch einen Z80 Prozessor und ein EPROM gab, war die Lötarbeit schon etwas anspruchsvoller als bei dem oben beschriebenen Konverter. Dafür war so gut wie kein Abgleich erforderlich. Auch Packet Radio wird heute durch Software und PC erledigt. Selbstbau ist auch hier nicht mehr notwendig - aber möglich.


1986 sah mein Jugendzimmer so aus (;-):

Ganz rechts der mechanische Fernschreiber Lorenz Lo133 ("Telex"). Oben drauf ein Fernseher, der als Computermonitor diente. Links neben dem Fernseher ein 2 Kanal-Oszilloskop, darunter ein Leistungsverstärker, bestückt mit einer Verstärkerröhre 4CX250. Das Gerät mit dem angeschlossenen Mikrofon, ist ein Funkgerät für das 2 m Band ("UKW") mit 10 W Ausgangsleistung für Sprechfunk und Telegrafie (ein TR9000 von Kenwood). Die 3 Geräte ganz links: Oben das selbst gebaute Computermodem (TNC 2), welches an das Funkgerät und den Commodore C64 (ganz links unten) angeschlossen war. In der Mitte ein Kurzwellenempfänger (FRG7700 von Yaesu). Unter dem Empfänger der selbst gebaute Konverter für Funkfernschreibsignale. Er war an den Empfänger und den Fernschreiber, ganz rechts, angeschlossen.