Ein Reisetipp für Telegrafiefreunde


Irland, die grüne Insel!

Im Sommer 2014 zog es meine Freundin und mich nach Irland, auf die grüne Insel. Unser Ziel sollte der Süden bzw. Südwesten des Landes sein. Das Land ist wunderschön und die Iren sind auffallend freundliche Menschen. Flüge und Mietwagen wurden durch ein Reisebüro gebucht, den Rest planten wir selbst. Für die Übernachtungen bieten sich Bed&Breakfast (B&B) Unterkünfte an. Die Buchung der passenden Unterkünfte erledigt man per Internet vom Sofa aus. Bei dieser Suche nach B&B`s fanden wir eines, das sich Old Cable House nannte und sich in dem Ort Waterville am berühmten Ring of Kerry befindet. Das weckte natürlich mein Interesse. Und siehe da: Von dieser Gegend aus verliefen die ersten Untersee-Telegrafenkabel zwischen Europa und der "neuen Welt"! Seit 1857 versuchte man, zunächst erfolglos, Seekabel in Richtung Neufundland zu verlegen; erst der dritte Anlauf 1866 brachte ein längerfristig funktionierendes Kabel. Dort, wo die Kabel ankamen, entstanden Vermittlungs- und Telegrafenstationen sowie viele Wohnhäuser der Telegrafisten. Eines dieser Wohnhäuser ist das Old Cable House.



In diesem B&B finden sich viele Informationen rund um das Kabellegen und die Telegrafie. Es hat schon fast den Charakter eines kleinen Museums. In Waterville kann man noch die Stelle finden, an dem die Kabel in die See gingen. Auch heute liegen dort noch Kabel, die allerdings nicht mehr benutzt werden. Es finden sich viele Bronzetafeln mit Hinweisen auf diese geschichtlich bedeutsamen Umstände und Plätze.



Besonders gut hat uns das Valentia Heritage Center in der kleinen Stadt Knightstown auf der Insel Valentia gefallen. In diesem kleinen, aber sehenswerten Heimatmuseum gibt es einen extra Bereich, der "dem Kabel" gewidmet ist. Die Geschichte rund um die ersten Kabel bis in die Neuzeit wird in zahlreichen Schautafeln und Dokumenten gezeigt. Auch die Schiffe (zuerst waren es Segelschiffe!), die diese Kabel verlegten, sind Thema der Ausstellung. Und um das Herz des Telegrafiefreunds schneller schlagen zu lassen, findet sich jede Menge Technik: Morsetasten, Schreiber, Prüfgeräte, Kabelquerschnitte usw. von den ersten Anfängen bis hin zu Fernschreibern relativ neuen Datums. Codebücher, Betriebstagebücher, Mitschriften und Streifen zu zum Teil wichtigen politischen Ereignissen finden sich dort. Fotografieren war im Museum nicht gestattet, deshalb kann ich hier nicht mit Bildern dienen.

Ausgehend vom Old Cable House findet man im Internet viele Informationen zu dem Thema (siehe "Weiterführende Links"). Wer in der Gegend ist, sollte diese Orte besuchen, es lohnt sich !


Ein Wort noch zum Reisen per Auto: Achtung Linksverkehr, d. h. der Fahrer sitzt rechts! Das kannten wir zum Glück schon von Zypern, aber hier kommen dann noch seeeehr enge Straßen hinzu! Und auf diesen wird seeeehr zügig gefahren! Begrenzt werden die Straßen oft durch schöne, aber harte Natursteinmauern. Wo Tempo 100 erlaubt war, fuhren wir teilweise mit 40 km/h und fanden das noch zügig... Aber die Iren sind sehr freundlich, gedrengelt oder gehupt wird nicht! Oft haben die Straßen noch die Breite eines Pferdefuhrwerks, und natürlich kommt Ihnen genau an diesen Stellen ein LKW entgegen. Aber alles kein Problem, irgendwie gehts immer! Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihr linker Außenspiegel eventuell mal Kontakt mit Büschen und Strauchwerk hat. Ein übergezogener Strumpf kann da Schäden vermeiden helfen (;-)).

Die einzige unschöne Erinnerung haben wir an den Autovermieter. Ein auch hier in Deutschland sehr bekannter Name (natürlich haben die Firmen nichts miteinander zu tun, außer dem Namen...). Ganz wichtig: Übernehmen Sie das Auto nicht bei Dunkelheit und untersuchen Sie das Auto genau auf Schäden! Lassen Sie die Mängel dokumentieren. Das lief bei uns sehr professionell, so dass wir mit einem guten Gefühl starteten. Ich bemängelte unter anderem, dass die Alufelgen (bis auf eine Felge) sehr zerschrammt waren. Das wurde auch so dokumentiert, allerdings wurden davon keine Fotos gemacht. Als wir das Auto dann wieder abgaben, hieß es, dass zu den vorhandenen Kratzern neue hinzu gekommen seien und wir 3 Felgen zu erstatten hätten. Der Vermieter wusste natürlich, dass wir Vollkasko vereinbart hatten, er bestand allerdings auf einer Selbstbeteiligung, die wir später von einem deutschen Veranstalter ersetzt bekommen würden. Eine sehr unschöne Methode zu Geld zu kommen (der Mietpreis für die 11 Tage war überraschend niedrig!). Wie oft diese Felgen wohl schon bezahlt waren? Auch wenn es mich am Ende vielleicht nichts gekostet hätte, war ich mit solchen Machenschaften nicht einverstanden und beschwerte mich. Man zog dann die Forderung "großzügig" zurück. Später hörten wir, dass das kein Einzelfall war und auch nicht auf diesen Vermieter beschränkt ist. Auch im Ausland lebende Iren, die ihr Heimatland besuchen, berichten davon. Sehr traurig!